Die Frage nach einem bewohnbarem Koffer hat uns nur kurz beschäftigt. Angesichts der Kosten für einen individuell angefertigten Koffer haben wir uns entschlossen die Augen nach einem Shelter der Bundeswehr offen zu halten. Diese werden in nahezu regelmässigen Abständen bei der Bundeswehr ausgesondert und per Internet-Auktion über die VEBEG versteigert.

Grundsätzlich gibt es zwei Herstellertypen: Dornier und Zeppelin. Letztere sind besser isoliert und haben weniger Kältebrücken. Dafür muss man in den Auktionen erfahrungsgemäss das doppelte investieren. Im Frühjahr 2008 wurden dann bei der VEBEG eine grössere Anzahl an Sheltern zur Versteigerung angeboten. Zu Besichtigungsterminen kann man sich die Koffer auf Beschädigungen hin ansehen und seinen Wunschkandidaten aussuchen. Kabine Nummer 5 sollte es bei uns werden!

Man gibt ein einziges Gebot ab und muss dann hoffen, dass keiner mehr geboten hat. Wir hatten Glück und Nummer 5 war unser. Nach Überweisung des Kaufpreises bekommt man einen Abholschein, der einem unter anderem die Einfahrt in die Kaserne ermöglicht.

Aber wie holt man einen 4,2×2,2×2,1 m (LxBxH) grossen Koffer ab? Per Spedition – zu teuer, per Miet-LKW – zu teuer.
So haben wir uns einen Plattform Anhänger ausgeliehen, mit welchem PKW transportiert werden. Ein paar Kanthölzer und gute Gurte besorgt und die Fahrt nach Frankfurt/Main in Angriff genommen.

Per Stapler haben wir den Shelter dann auf den Hänger gesetzt bekommen. Zum Glück mittig, wie sich später noch zeigen sollte.

img_9469

Selten hatte ich bei Hängerfahrten so die Hosen voll. Mit 80 auf der Ebene ging die Fahrt ja noch ganz gut. Sobald aber eine Bergab Passage anstand und der Hänger in den Schubbetrieb wechselte, ging der Eiertanz los. Und wenn so ein Geschoss mal das Schlingern anfängt, wird einem ganz anders. Also maximal mit 70 den Berg runter und die Brummis im Genick. So eine Verkehrsbremse fällt natürlich auch den Kollegen von der Grün-Silbernen Fraktion auf, die dann kurz darauf die Kelle geschwungen haben.
Das Gespann wurde dann ganz genau untersucht und als die Aufforderung kam: “Bitte mal den Hänger abkoppeln” wurde mir ganz heiss. Zum Glück hatte der Staplerfahrer ein gutes Auge und der Koffer stand genau über der Doppelachse. Wenn nicht hätten wir ein ernsthaftes Problem gehabt.

One Response »

  1. ja ja, den Eierritt habe ich auch hinter mir. Sogar das ASR von meinem Auto ging an und das Gespann eierte rum ohne Ende.
    Resultat, kalter Schweiss auf der Stirn und ab auf die LAndstrasse, bis 65 war alles kein Problem, aber Drüber!!!.

    Gruss Rainer

Hinterlasse eine Antwort