Nachdem wir ja auch mal irgendwann im Kurzen ein gemütliches zu Hause haben wollen, haben wir den Ausbau hinten mal parallel zu den restlichen Arbeiten in Angriff genommen. Zumal dies auch für die Zulassung als Wohnmobil erforderlich ist.

Das seichte original Grün der Kabine musste nun weichen. Fenster müssen auch rein und natürlich ein schöner Boden, der mit zum Gemütlichkeitsfaktor beiträgt.

Also Glasfasertapete, Latexfarbe in weiß und Boden gekauft und los gings.

Zuerst mal die ganzen Wände vom Staub und Trennmitteln befreit damit die Tapete auch gut hält. Nach anfänglichen Zweifeln ob die selbstklebende Glasfasertapete auch wirklich hält und gut zu befestigen ist, hat sich diese Art der des Vorgehens als absolut Heimwerkerfreundlich dargestellt. Die Tapete war leicht zu positionieren und auch mal wieder abzuziehen, falls man sich vertan hat. Vorallen ging das tapezieren ohne grosse Kleber-Sauerei schnell voran.

Aber hier mal ein paar Bilder

noch jungfräulich...nach dem Reinigen der Wände

noch jungfräulich...nach dem Reinigen der Wände

das grün schimmert durch die Löcher der Tapete

das grün schimmert durch die Löcher der Tapete

Die Tapete ist nun durch die Selbsthaftung leicht fixiert. Die volle Haftung ergibt sich dann durch das Streichen mit der Latexfarbe, welche die Löcher in der Tapete füllt und mit dem Untergund verbindet. Mit einer Wollwalze lässt sich die Farbe gut auftragen, allerdings haben wir drei Anstriche benötigt, damit die Farbe komplett alle Poren geschlossen hat. Insgesamt waren damit ungefähr 10 Liter Farbe nötig.

das Resultat lässt sich sehen

das Resultat lässt sich sehen

So jetzt war der Boden dran. Ich habe beim Entrümpeln des BW Innenausbaus auch gleich den Boden mit ausgebaut. Man hätte diesen auch sicherlich drin lassen können. Aber ich wollte möglichst viel Innenhöhe gewinnen und so habe ich die 3cm rausgebaut und durch meine eigenen 2cm Bodenhöhe ersetzt. Wem dieser Gewinn von 3cm Höhe den Aufwand nicht wert ist, der kann sich einges an Arbeit sparen. Ohne des Originalboden ist der Sandwichaufbau allerdings sehr empfindlich und die Flächenbelastung beim Laufen ist so groß, das der Sandwichboden deutlich nachgibt. So habe ich eine 9mm Multiplexplatte verlegt, damit sich die Flächenpressung minmiert, was sehr gut funktioniert. Diese habe ich noch mit Wetterschutzfarbe gestrichen, damit eine mögliche Feuchtigkeit, sollte mal was auslaufen, nicht vom Holz aufgesaugt wird und der Boden das Gammeln anfängt.

Verlegung der Multiplex-Platten

Verlegung der Multiplex-Platten

Beim Boden haben wir uns nach vielen Überlegungen und Gesprächen mit Fachleuten für einen pflegeleichtes Linoleum-Parkett-Imitat entschieden. Eigentlich wollten wir ein richtiges Parkett verlegen. Die vielen Bedenken der Fachleute haben uns aber dann umgestimmt. Mit dem Kurzen werden wir sicher innerhalb von wenigen Tage extreme Klimaveränderungen und -zonen durchfahren und ein Parkettboden würde einem diese Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit sicherlich übelnehmen und im wahrsten Sinn des Wortes einen Aufstand machen. Ebenso verhält sich Laminat. So kam nur noch besagtes Linoleum in Frage. Die Multiplex-Platte ist zwar auch aus Holz aber bezüglich des Ausdehnungsverhaltens weniger anfällig. Auf die Multiplexplatten habe ich ein doppelseitig klebendes Verlegenetz gelegt. Auf dieses Netz wird der Boden aufgeklebt. Hält bombig und hat den Vorteil, dass man beschädigte Platten auch mal austauschen kann. Auch hier musste man mich wie bei der Tapete erst mal von der Klebelösung überzeugen…

hier sieht man ganz gut den Schichtaufbau

hier sieht man ganz gut den Schichtaufbau

In dem Bereich wo jetzt kein Boden verlegt ist, kommt einen Duschwanne rein, die später mal die Dreckschleuse darstellt.

Die Schiffsboden-Optik kann man beim Verlegen recht einfach per einlegbarer Leisten erreichen. Diese werden einfach zwischen die Platten gelegt und ebenso auf dem Netz verklebt.

Tataaaaa!

Tataaaaa!

Nachdem Tapete, Farbe  und Fenster fertiggestellt waren, konnte der Innenausbau beginnen. Doch zuvor mussten noch die original „Löcher“ des Shelters nachisoliert werden, damit die Kältebrücken verschwinden. Eine Detailarbeit, die mein Vater perfekt gemacht hat.

Dad in relaxter Arbeitshaltung
Dad in relaxter Arbeitshaltung

Dank seiner Unterstützung konnte der Ausbau innerhalb einer Woche kräftig voran kommen.Wir änderten  auch gleich nochmal die Koffertüre, die zum Führerhaus hin den Koffer verschließt. Eine Holzrahmenkonstruktion gepaart mit stabilen Blechen und einer innenliegenden Isolierung ergab eine Türe von 50mm Stärke, die somit die Kofferwand wieder perfekt schließt und isoliert.

Tür zu...
Tür zu…

 

Tür auf...
Tür auf…

Die Holzplatten aus 15mm Pappelsperrholz für den Möbelbau habe ich bei einem Schreiner mit weißem Schichtstoff beschichten und auf Maß schneiden lassen. An der Wand sind die Möbelteile per Aluwinkel vernietet. Am Boden und gegenseitig sind sie verschraubt. So kann man schnell vorankommen und einen stabilen Ausbau erreichen.

Der linke Sitzkasten

linker Sitzkasten

Der Wassertank mit einem Volumen von 200 Litern ist passgenau in die Sitzbank eingearbeitet. Zusätzlich werden in dem Kasten die Pumpe und Filteranlage ihren Platz finden.

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integrierter Wassertank

Der klappbare Lattenrost aus Buchenholz ist ein Eigenbau, der beim ersten Sitztest einen guten Eindruck hinterlassen hat.

Nach den Sitzkästen habe ich noch den Küchenblock und den Kleiderschrank eingesetzt. Es werden in Kürze noch Schubladen, Fronten und Türen folgen.

img_9949

Küchenzeile mit Kleiderschrank

Inzwischen ist der Innenausbau fast fertig. Am Kochfeld arbeite ich noch. Bisher behelfen wir uns mit einem Gaskocher und einer 5kg Flasche, was sehr gut funktioniert und sowohl innen als auch außen zur Verwendung kommt.
Zukünftig werde ich ein festes Gaskochfeld installieren. So ist die einzige Verwendung für Gas das Kochen. Ganz bewusst. Wir wollen so wenig Gas wie möglich an Bord mitführen. Mit einer 5kg Flasche können wir ca. 3-4 Monate kochen. Das reicht dick.
Geheizt wird mit einer TRUMA Diesel Umluftheizung, welche direkt aus dem Fahrzeugtank saugt. Sie sitzt im Kleiderschrank, läuft angenehm leise und bringt das Raumvolumen des Selters binnen kürzester Zeit auf eine angenehme Innentemperatur.

So bald ich Fotos von fertigen Innenraum gemacht habe, werde ich diese gleich online stellen.

5 Responses »

  1. Da waren die Herren aber wieder fleißig!
    Gfrei mi scho auf die erste Probeausfahrt!
    Juhuuuuuuuuu!!!
    DANKE PAPA STRUCK!!!

  2. Hallo Ihr Weltenbummler,

    habe mir heute morgen mal Zeit genommen,
    und den Ausbau bewundert.
    Bin begeistert und man sieht mal wieder, daß der Sohn genauso wie der Vater mit großer Liebe zum Detail alles verwirklicht.
    Ich wünsche Euch mit Eurem Kurzen allzeit gute Fahrt.
    Eure Mom

  3. Hallo Ihr Lieben,

    Haben soeben euren “Kurzen ” bewundert und sind wirklich begeistert was man aus so einem Nutzfahrzeug alles zaubern kann.
    Ein Einzimmerappartment auf Rädern.
    Wünschen euch weiterhin gutes Gelingen. Im Oktober stoßen wir dann auf die Fertigstellung an.
    Bis bald Andi und Tanja

  4. Ihr Schnucki-Struckis!!!

    Das Werk wird ja zum weinen schön! Ich bin begeistert – was man mit Liebe und Fachkenntnis schaffen kann – gratuliere herzlichst!

    Liebe Grüße
    Gisela

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